DDR3-RAM im Porträt
Nach unserem DDR2-RAM-Porträt folgen wir den Spuren der RAM-Entwicklung weiter, zum DDR3-RAM. Wann wurde dieser Standard eingeführt? Welche bekannten Server-Systeme nutzten (und nutzen) DDR3-RAM? Und sind diese Modelle heute noch im Einsatz? All das in unserem neuen Blogbeitrag.
Technische Spezifikationen und Infos
Einführungs- und Nutzungszeitraum
- Markteinführung: etwa 2007 für PCs, ab 2008 auch im Serverbereich
- Einsatzzeitraum: ca. 2008–2017 und teilweise sogar noch heute in speziellen Systemen
Technische Eigenschaften
- Standard: DDR3 SDRAM
- Taktraten: 800 MHz bis 1.866 MHz (effektiv: DDR3-1866)
- CAS-Latenzen: typischerweise CL6 bis CL13, je nach Taktung
- Datenraten: 6,4 GB/s (DDR3-800) bis 14,9 GB/s (DDR3-1866)
- Spannung: 1,5 V (niedriger als DDR2 mit 1,8 V) oder 1,35 V (DDR3L – Low Voltage)
- Kapazitäten im Serverbereich: zwischen 1 GB bis 32 GB pro Modul
- Typen (Bauform/Varianten): DDR3 ECC UDIMM (Unbuffered DDR3 DIMM mit Fehlerkorrektur für kleinere Server und Workstations), DDR3 RDIMM (Registered DDR3 DIMM / Standardmodell in vielen Server-Systemen), DDR3 LRDIMM (Load-Reduced DDR3 DIMM / für Server mit hohen Kapazitäten), DDR3 VLP DIMM (DDR3 Very Low Profile / für bestimmte Blade-Server)
- Ranks: Single Rank, Dual Rank, Quad Rank
- Formfaktor: 240-Pin DIMM (Hinweis: DDR3-Module sind nicht abwärts- oder aufwärtskompatibel zu DDR2 oder DDR4 – die Kerben im Modul verhindern eine falsche Bestückung)
Besonderheit der DDR3-Generation
- DDR3 vereint Skalierbarkeit und Energieeffizienz – ein entscheidender Vorteil für wachsende Rechenzentren
- Dual-Socket-Server ließen sich erstmals auf bis zu 1,5 TB RAM aufrüsten (pro CPU-Sockel waren bis zu 768 GB RAM möglich / mit LRDIMMs)
- Verbesserte Bandbreite durch 8-Bit-Prefetch-Architektur
- Im Vergleich zu DDR2 erlaubt DDR3 doppelte Bandbreiten und Übertragungsraten – und verbraucht dabei trotzdem deutlich weniger Energie
- Stabile Performance und hohe Speicherdichte – ideal für Virtualisierung, Datenbanken und Cloud-Workloads
DDR3 vs. DDR2 – Vorteile von DDR3 gegenüber dem Vorgänger DDR2
Die DDR3-Technologie markierte einen kleinen Umbruch – ein bedeutender Meilenstein in der Entwicklung moderner Hardware. Die Vorteile gegenüber DDR2-Modulen liegen klar auf der Hand: DDR3 bietet eine höhere Bandbreite bei gleichzeitig geringerer Spannung, mehr Kapazität pro Modul und eine deutlich bessere Energieeffizienz – insbesondere durch den Einsatz von DDR3-LRDIMMs. Wichtig für große Rechenzentren: Während die DDR2 FB-DIMMs eine starke Wärmeentwicklung hatten, fällt diese bei DDR3-Modulen deutlich geringer aus – bei vergleichbarer Leistung. Zudem entstand durch die optimierte Registertechnik eine verbesserte Signalqualität.
Kompatible Server & Einsatzbereiche
Diese Server unterstützten beispielsweise Prozessor-Familien wie die Intel XEON 5500 und 5600 Serie (z. B. XEON X5650 oder E5530), die E5-2600 v1 und v2 Serie (z. B. XEON E5-2690v2 oder XEON E5-2660), die E7-Serie für 4-Wege-Server (z. B. XEON E7-8880v2 oder E7-8890v2) sowie die AMD Operton 6000er-Serie. Der passende Sockel, für viele dieser CPUs: der FC LGA1366 sowie LGA2011 und LGA1567. Beliebte Mainboards, die den DDR3-Standard unterstützen, sind z. B. das Intel Server-Mainboard S5520HC sowie die Supermicro X9 oder die Tyan S7000-Serie.
Mit dem Aufkommen des DDR3-Standards im Serverbereich wurden diese – damals – höchstmodernen Rechner zur Virtualisierung (z. B. VMware, Hyper-V), als Datenbankserver, Web-, Mail-, File- und Printserver sowie als Backup-Server und Cloud-Systeme eingesetzt.
Marktstatus & Verfügbarkeit
Offiziell gilt der DDR3-Standard seit ca. 2018 als End of Life und wurde technisch von DDR4 und DDR5 überholt. Dennoch setzen viele Unternehmen – aus unterschiedlichen Gründen – weiterhin auf Server mit DDR3-RAM. Besonders kleine Firmen, die sich dem Thema Digitalisierung gerade erst widmen, Start-ups oder öffentliche Verwaltungen, die mit einer sehr langjährigen IT-Struktur geplant haben, betreiben ihre Systeme oft bis zum Lebensende – vor allem aus Kostengründen. Genauso wie Universitäten oder Forschungseinrichtungen, die die Systeme zu Test- und Forschungszwecken etabliert haben oder damit langlaufende Projekte betreuen. Auch für einige Intranet-Systeme reicht der DDR3-Standard noch aus.
Bei Servern, die zu Schulungs- und Lehrzwecken dienen, greift man ebenfalls oft auf DDR3-Systeme zurück. Denn diese können in vielen Fällen genug RAM für virtuelle Maschinen bereitstellen, sind aber wesentlich kostengünstiger in der Anschaffung. Mitunter sind ältere Server auch notwendig, um die Softwarekompatibilität sicherzustellen – Industriebetriebe mit spezialisierter Maschinensteuerung nutzen solche internen Systeme oft auch noch lange nach Beginn der End of Life Phase, ebenso wie Softwareentwicklungsfirmen.
Ebenso, wenn es mehr um Robustheit als um Leistung geht: Bei Edge- oder Embedded-Systemen ist auch der DDR3-Standard noch vertreten. Dazu kommt, dass die Ersatzteilversorgung bei diesen älteren Modellen sehr gut ist: Auf dem Gebraucht- und Refurbished-Markt erhält man qualitativ hochwertige Komponenten zu kleinen Preisen. Falls Sie auf der Suche nach solchen Servern oder Komponenten sind, empfehlen wir Ihnen, auch einen Blick in unsere Budget-Server-Kategorie zu werfen.
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