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Zwischen Grafikkarten Bergen, Hardware-Raritäten und sicherer Datenlöschung: IT Ankauf ungefiltert

IT‑Ankauf klingt für viele nach einer nüchternen Routineaufgabe: Alte Hardware raus, bestmöglich verwerten, neue Hardware rein. Ein Traum für jeden IT‑Refurbisher – wäre da nicht die Realität, die regelmäßig ihre ganz eigenen Geschichten schreibt. In unserem neuen Blogbeitrag sprechen wir mit Benedikt, unserem Junior‑Chef bei Serverando, über seine Erfahrungen aus über acht Jahren Hardware‑Wiedervermarktung. Von skurrilen Funden über museumsreife Geräte bis hin zu Serverschränken im dritten Stock ohne Aufzug – und ja, auch Notebooks, die offenbar ein Doppelleben als Frühstücksbretter geführt haben, sind dabei. IT‑Ankauf, ganz ohne Filter: Wir reden über echte Herausforderungen, transparente Prozesse und einen Markt, der Unternehmen auch in den kommenden Jahren entscheidend begleiten wird.

Wenn Hardware Geschichten erzählt: Erlebnisse aus über 8 Jahren IT Ankauf

Kreislaufwirtschaft

Wir können Ihnen Datenblätter, Whitepaper, Info Seiten und Prozessgrafiken liefern – all das, was man braucht, um IT Ankauf fachlich zu verstehen. Doch die wirklich spannenden Geschichten stehen in keinem Handout. Denn IT Ankauf besteht nicht nur aus Seriennummern, Gerätetypen und Zustandsbewertungen. Es sind die Menschen und Unternehmen dahinter, die den Job als IT Refurbisher interessant machen. Und manchmal auch herausfordernd 😉

Zeit also, die Karten auf den Tisch zu legen und ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Denn ja: Auch andere Firmen kochen nur mit Wasser. Nicht jeder weiß genau, welche Hardware er eigentlich noch im Lager hat – und wir schrecken auch nicht vor mit Stickern zugekleisterten oder als Frühstücksteller zweckentfremdeten Notebooks zurück.

Höchste Zeit, Benedikt, unseren Junior-Chef bei Serverando zu Wort kommen zu lassen.

Was war dein erstes Projekt, das du abgewickelt hast – und was ging dir damals durch den Kopf?
Benedikt: „Mein Einstieg war direkt ein Mammutprojekt: Anfang 2018 standen Abholungen an fast 200 verschiedenen Standorten an – jeweils zwei BladeCenter pro Filiale mussten ‚eingesammelt‘ werden. Damals war ich der Fahrer, da ist man eine ganze Zeit unterwegs 😉.“

Wow, das klingt nach Herausforderung – gibt es Geräte, bei denen du im Ankaufsangebot schon „Oh je…“ denkst?
Benedikt: „Um den Firmen die Angst davor zu nehmen, uns zu alte oder nicht mehr werthaltige Geräte zum Bewerten durchzuschicken: Unsere Angebotserstellung ist kostenlos, und wer sich für nachhaltige Verwertung interessiert, macht damit grundsätzlich nichts falsch. Aber ja – Drucker und Telefone sind immer eine kleine Herausforderung. Drucker, weil sie sperrig sind. Telefone, weil sie oft einfach keinen guten Wiedervermarktungswert haben.“

Gab es schon mal Abholungen, die euch in eine echt schwierige Situation gebracht haben?
Benedikt: „Absolut – spontan fällt mir der Serverschrank ein, den wir aus dem dritten Stock heruntertragen mussten. Natürlich gab es in dem Gebäude keinen Aufzug. Wir hatten so gut wie keine Hilfsmittel, da half nur Kraft und Durchhaltevermögen. An solchen Tagen spart man sich definitiv das Fitnessstudio.“

Ist dir neben dieser skurrilen Situation eine Kundenbegegnung bis heute im Gedächtnis geblieben?
Benedikt: „Viele Firmen bleiben einem im Gedächtnis – die meisten zum Glück positiv. Man hält Smalltalk, knüpft Kontakte, baut Partnerschaften auf. Ein großer Konzern ist mir aber besonders in Erinnerung geblieben: Dort wusste niemand so genau, wie viele Räume eigentlich voller alter Hardware standen. Das war fast wie eine Schnitzeljagd durch den Standort.“

Was wir ankaufen – und warum IT‑Remarketing heute wichtiger ist denn je

Big Data

Die „Schnitzeljagd“ – kein Einzelfall: Was wir immer wieder feststellen, ist, dass Firmen oft gar nicht wissen, welche und wie viel Hardware tatsächlich ungenutzt herumsteht und leider täglich an Wert verliert.

Dabei staunen viele oft nicht schlecht, wenn wir den „vermeintlichen Schrott“ bepreisen – vieles ist überraschend wertvoll. Und selbst wenn keine Schätze dabei sind: IT Remarketing ist längst mehr als „alte Hardware verkaufen“. Es geht um Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Vernunft – und um ein Denken an die Generationen, die nach uns kommen. Werfen wir also einen Blick auf unsere kleine „Hardware Historie“.

Welche Geräte oder Artikelgruppen bekommen wir aktuell am häufigsten angeboten?
Benedikt: „Zurzeit ganz klar: RAM. Viele Firmen möchten mit ihren nicht mehr genutzten Server‑Parts Budget für neue Hardware oder Upgrades schaffen. Und das ist gut – so werden Serverspeicher auch für KMUs wieder erschwinglich. Außerdem bekommen wir viele Server der Generationen 8 und 9 von HPE. Die werden aktuell bei vielen Unternehmen ausgetauscht und landen entsprechend oft bei uns im Ankauf.“

Sind diese Geräte denn überhaupt noch etwas wert? Und welche Hardware ist generell wertvoller, als man denkt?
Benedikt: „Kleinfirmen oder Unternehmen, die gerade in die Digitalisierung einsteigen, profitieren oft noch von älteren Generationen wie der Gen8 – etwa als Fileserver, Webserver fürs Intranet oder Testsysteme. Darüber hinaus sind die Systeme der Generationen darüber sehr flexibel und lassen sich gut anpassen. Neben dem aktuell extrem gefragten DDR4‑RAM sind vor allem Tape‑Drives – insbesondere LTO‑Modelle – überraschend wertstabil.“

Welche Geräte sind quasi schon wieder verkauft, sobald sie aufbereitet wurden?
Benedikt: „Serverparts wie RAM und SSDs gehen fast immer sofort. Und im Shop sind Business‑Notebooks sehr beliebt – viele Firmen suchen nach preiswerten Upgrades, Privatpersonen nach zuverlässigen Geräten fürs Homeoffice.“

Gab es auch schon richtig kuriose Ankaufsangebote?
Benedikt: „Im Server‑ und Netzwerkbereich gibt es einige Exoten, mit denen man erst einmal warm werden muss. Aber ja – wir hatten auch schon ein Angebot für komplette Showküchen. Und dann gab es noch eines mit rund 8.000 Grafikkarten. Solche Mengen sieht man nicht jeden Tag.“

Waren auch mal „Raritäten“ dabei, bei denen wir uns dachten: „Ab ins Museum“?
Benedikt: „Ja, ich kann mich an eine 3,5-Zoll-HDD mit 20GB aus den frühen 90ern erinnern. Das war fast schon ein Stück IT-Geschichte – unglaublich, wie klein die Kapazitäten damals waren. Zu der Zeit hat die Platte sicher ein Vermögen gekostet.“

Also hast du auch schon echte „IT-Fossilien“ in freier Wildbahn gesehen?
Benedikt: „Erstaunlicherweise vor allem alte Notebooks, die auch wirklich noch im Einsatz waren – auch ein paar Server waren mal dabei. Unter anderem wurde uns bei einem Projekt im Jahr 2024 ein HP (bzw. damals noch Compaq) DL380 Generation 1 mitgeliefert. Mit ca. 23–24 Jahren auf dem Buckel, also ein richtiger Oldie😉."

Aber so etwas ist für den Ankauf dann doch etwas zu alt, oder?
Benedikt: „Ja, um einen Rückkaufswert gewährleisten zu können, sollte die Technik schon auf einem aktuellen Stand sein. Ultra3‑SCSI‑Festplatten und maximal 4 GB PC133‑RAM sind dann doch etwas zu historisch. Aber es ist natürlich sinnvoll, solche Einzelstücke bei einem Projekt mitzuliefern – schließlich werden auch diese nachhaltig recycelt und die Datenträger sauber vernichtet.“

Gibt es Hardware, die du wirklich nicht mehr ankaufen möchtest – und warum?
Benedikt: „Da sind wir wieder bei den Telefonen 😉. Also nicht Smartphones, sondern klassische Tischtelefone. Die sind klobig, nehmen viel Platz weg und lassen sich kaum vermarkten. Und das Reinigen macht wenig Spaß – der Aufwand steht einfach nicht im Verhältnis zum möglichen Verkaufspreis.“

Du sagst, das Saubermachen der Telefone sei wenig spaßig – gab es denn schon einmal etwas richtig Unangenehmes beim Rückkauf?
Benedikt: „Oh ja. Zeit für einen Appell an alle Notebook‑User: Bitte, bitte klebt eure Geräte nicht mit tausenden Stickern voll – das Entfernen ist eine echte Strafarbeit, Kratzer inklusive. Und ich kann mich an ein Projekt erinnern, bei dem wir rund 2000 Notebooks zurückgenommen haben: Viele davon wurden offenbar regelmäßig als Frühstücksteller genutzt – zumindest schließen wir das aus den Bröseln zwischen den Tasten. Nach dem Refurbishing war aber alles wieder blitzblank 😉.“

Werte, Learnings & Visionen: Was wir aus über 20 Jahren IT Ankauf mitnehmen

Grüne Blätter

Nach all den kuriosen Funden und ungeschönten Realitäten lohnt sich ein Blick auf das, was jede Herausforderung schafft: Erfahrung. Denn wer seit mehr als zwei Jahrzehnten Hardware ankauft, bewertet, abholt, Datenträger löscht, Geräte recycelt und wiedervermarktet, sammelt nicht nur Geräte – sondern auch Erkenntnisse. Manche davon sind überraschend, manche pragmatisch, manche fast schon philosophisch. Zeit also, wieder unseren Profi sprechen zu lassen: Was bleibt hängen, wenn man lange genug im IT‑Remarketing unterwegs ist?

Was haben wir in unseren vielen Jahren IT‑Ankauf gelernt, das wir gerne anderen Unternehmen mitgeben würden?
Benedikt: „Sich bei der Verwertung der Alt‑IT helfen zu lassen, ist kein Drama – sondern sinnvoll und oft der bessere Weg. Vor allem der logistische Aufwand wird (neben der Datenlöschung) massiv unterschätzt. Das Abbauen der Hardware und der Transport erfordern Zeit, Flexibilität, Einfallsreichtum und manchmal auch starke Nerven. Viele denken: ‚Die paar Server fahren wir schnell selbst weg.‘ In der Realität steckt dahinter oft ein komplexes Projekt, bei dem Sicherheit – in vielerlei Hinsicht – eine große Rolle spielt.“

Welche Missverständnisse begegnen einem beim Ankauf immer wieder?
Benedikt: „Ganz klar: die Datenlöschung. Viele unterschätzen, wie viel Zeit und Sorgfalt das erfordert. Sichere Löschprozesse passieren nicht auf Knopfdruck – sie sind ein wichtiger Teil eines ausgeklügelten Remarketing‑Workflows. Und man muss genau abwägen, bei welchen Datenträgern eine Löschung wirtschaftlich sinnvoll ist und wo der Aufwand zu hoch wäre und man besser mechanisch vernichtet. Zur Veranschaulichung: Eine einfache 2‑TB‑SATA‑HDD benötigt beim einfachen Überschreiben etwa drei bis sechs Stunden. Mehrfache Überschreibungen können zehn bis zwanzig Stunden dauern – oder sogar mehrere Tage.“

Was denkst du: Wie wird sich der IT‑Ankauf in den nächsten Jahren verändern? Welche Geräte verschwinden vom Markt?
Benedikt: „Ganz genau kann das niemand sagen – wie oft wurden Desktop‑PCs und HDDs schon ‚beerdigt‘ und sind dann doch wieder aufgetaucht. Aber klar ist: Die Hardware wird immer besser ausgestattet. Kleine oder niedrig konfigurierte Systeme werden langfristig weniger relevant sein, weil moderne Anforderungen mehr Leistung voraussetzen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Hardware generell – und an nachhaltigen Lösungen. Unternehmen wollen Kosten sparen, Ressourcen schonen und trotzdem leistungsfähig bleiben. IT‑Remarketing wird deshalb weiter an Bedeutung gewinnen.“

Bereit, nicht mehr benötigte Hardware sinnvoll zu verwerten? Wir unterstützen Sie dabei

Nach über 20 Jahren im IT Ankauf wissen wir: Jede Hardware erzählt ihre eigene Geschichte – und jede Firma hat andere Anforderungen, Herausforderungen und Ziele. Ob es um sichere Datenlöschung, faire Rückkaufpreise, nachhaltige Verwertung oder einfach um Entlastung im Tagesgeschäft geht: Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen.

Wenn Sie wissen möchten, welchen Wert Ihre Alt IT noch hat oder wie ein reibungsloser, sicherer und nachhaltiger Verwertungsprozess aussehen kann, unterstützen wir Sie gerne. Unverbindlich, transparent und mit dem Blick fürs Wesentliche.

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Autor
Regina Seisenberger
Datum
29.04.2026
Tags
Tipps & Sicherheit
refurbished
Hardware