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IT-Lexikon: Fachbegriffe – J

In unserer Rubrik „IT-Lexikon“ dreht sich diesmal alles um Fachbegriffe aus der Hardware- und IT-Welt, die mit dem Buchstaben J beginnen.

#1: JBOD

Was ist JBOD? JBOD ist die Abkürzung für „Just a Bunch of Disks“, also zu Deutsch: „nur ein Haufen Festplatten“. Der Begriff umschreibt eine kostengünstige und flexible Speicherlösung, bei der mehrere Festplatten in einem Gehäuse (Chassis/Array) zusammengefasst werden, ohne dass ein RAID dafür genutzt wird. Diese Art des Storage ist für einfache Erweiterungen als preiswerte und schnelle Lösung geeignet. Für kritische Daten oder produktive Systeme sollte jedoch eine weniger riskante Möglichkeit in Betracht gezogen werden, bei der eine bessere Ausfallsicherheit besteht. Denn da es kein RAID gibt, gibt es auch keine Spiegelung, keine Parität und kein Striping – die Daten liegen schlicht auf den jeweiligen Platten. Fällt eine davon aus, sind die Daten weg. Ein Vorteil ist jedoch, dass die einzelnen HDDs auch flexibler genutzt werden können, da sie unabhängig voneinander angesprochen werden können. Manche Systeme erlauben zusätzlich ein sogenanntes „Spanning“, bei dem die Kapazitäten mehrerer Platten zu einem logischen Volume zusammengefasst werden.

#2: Jumper

Was ist ein Jumper? Ein Jumper ist ein kleiner Steckverbinder aus Kunststoff mit einem leitenden Metallkern, der auf zwei oder mehr Pins einer Stiftleiste (Header) gesetzt wird. Durch das Aufstecken wird ein elektrischer Kontakt hergestellt, der bestimmte Funktionen oder Einstellungen einer Hardware Komponente aktiviert oder deaktiviert. Jumper wurden häufig auf Mainboards, Festplatten oder Erweiterungskarten eingesetzt, um Konfigurationen wie Master/Slave Betrieb, Spannungswahl oder Reset Optionen festzulegen. Früher wurden z. B. IDE/PATA Platten „gejumpert“, um zu bestimmen, welche die Master und welche die Slave Platte im System ist. Auf Mainboards nutzte man Jumper, um die CPU Frequenz, den Front Side Bus oder die Spannungsversorgung einzustellen. Heute werden diese Einstellungen in der Regel über das BIOS/UEFI oder spezielle Software vorgenommen.

#3: Java

Was ist Java? Java ist eine universelle, plattformunabhängige, objektorientierte Programmiersprache und die Grundlage für viele Unternehmens , Web und Mobilanwendungen. James Gosling entwickelte Java 1995 bei Sun Microsystems – heute wird sie von Oracle weitergeführt. Das Besondere an der Programmiersprache: Sie ist objektorientiert, stark typisiert und nutzt eine virtuelle Maschine (JVM). Ein einmal geschriebenes Programm kann sowohl auf Windows als auch auf Linux, macOS oder Android laufen, solange eine JVM vorhanden ist („Write Once, Run Anywhere“). Typische Einsatzbereiche von Java sind z. B. Mobile Apps, Webanwendungen (Backend Systeme, Frameworks), Enterprise Software etwa bei Banken, Versicherungen oder großen Unternehmen sowie Cloud und IoT Umgebungen.

#4: Joule

Was ist ein Joule? Das Joule (Einheitszeichen: J) beschreibt die Energiemenge, die benötigt wird, um eine bestimmte physikalische Wirkung zu erzielen. Ein Joule entspricht der Arbeit, die verrichtet wird, wenn eine Kraft von 1 Newton entlang eines Weges von 1 Meter wirkt. Ebenso entspricht es der Energie, die umgesetzt wird, wenn eine Leistung von 1 Watt für 1 Sekunde erbracht wird. Elektrische Energie (z. B. die Leistung einer Glühbirne pro verbrauchte Sekunde), mechanische Arbeit (z. B. das Anheben eines Gewichts über eine bestimmte Strecke) oder Wärme (z. B. die Energiemenge, die benötigt wird, um einen Stoff zu erwärmen) werden in Joule angegeben. Da ein Joule eine sehr kleine Einheit ist, werden größere Werte häufig in Kilojoule (kJ) oder Megajoule (MJ) angegeben.

#5: Junk

Was versteht man unter Junk? Der Begriff „Junk“ stammt aus dem Englischen und kann mit „Abfall“ oder „Müll“ übersetzt werden. In der IT wird dieses Wort meist als Kurzform für „Junk Ordner“ oder „Junk Mails“ verwendet – also unerwünschte, massenhaft empfangene Mails, die Werbung oder Spam enthalten. Junk Mails (auch Spam Mails) werden häufig von Spam‑Filtern erkannt und automatisch in den Junk‑Ordner verschoben. Zudem gibt es auch Begriffe wie „Junk Files“ oder „Junk Data“, also temporäre und überflüssige Dateien auf einem PC (wie Cache‑Reste oder Installationsdateien) sowie Datenmüll in Datenbanken oder auf dem System.

#6: Jailbreak

Was ist ein Jailbreak? Wörtlich übersetzt bedeutet „Jailbreak“ (englisch) Gefängnisausbruch. In der IT versteht man darunter das Entfernen von Hersteller‑Beschränkungen, z. B. auf einem Smartphone oder Tablet, um Root‑Zugriff zu erhalten, Systemänderungen vornehmen zu können oder Apps zu installieren, die normalerweise nicht erlaubt sind. Die Sicherheits‑ und Nutzungsbeschränkungen eines Betriebssystems werden so umgangen, um sich aus dem „Gefängnis“ der Herstellervorgaben zu befreien und vollen Zugriff auf die Systemdateien und Einstellungen zu erhalten. Rechtlich befindet man sich hier in einer Grauzone: In vielen Ländern ist Jailbreaking nicht direkt illegal, verstößt aber gegen die Nutzungsbedingungen des Herstellers. Zudem verliert man die Herstellergarantie, nicht autorisierte Software kann zu Abstürzen oder Fehlfunktionen führen und es entstehen Sicherheitslücken, die Malware und Datenmissbrauch begünstigen. Da früher hauptsächlich iPhones und iPads „gejailbreakt“ wurden, ist der Begriff vor allem für diese Systeme prägend, während man bei Android häufig von „Rooting“ spricht.

#7: Journaling

Was versteht man unter Journaling? Ähnlich wie beim Tagebuchführen versteht man unter „Journaling“ in der IT ein Verfahren, bei dem Änderungen in einem Dateisystem zunächst in einem Journal (Protokoll) festgehalten werden, bevor sie endgültig auf die eigentlichen Datenstrukturen geschrieben werden. Das Journal dient als Sicherheitsmechanismus, um die Konsistenz des Dateisystems nach Abstürzen oder Stromausfällen zu gewährleisten. Der Vorteil: Nach einem Systemabsturz können die Daten anhand des Protokolls geprüft und schnell wiederhergestellt werden. Allerdings verursacht dieses „doppelte Schreiben“ auch Einbußen in der Performance, da es die Geschwindigkeit reduziert und zusätzlichen Speicherbedarf erzeugt.

#8: Jumbo Frames

Was sind Jumbo Frames? Unter Jumbo Frames versteht man Ethernet‑Frames (also die Grundbausteine der Datenübertragung im Ethernet‑Netzwerk), die größer sind als die standardmäßige Maximalgröße von 1.500 Bytes. Typischerweise haben Jumbo Frames eine Größe von bis zu 9.000 Bytes und werden in Netzwerken eingesetzt, die besonders effizient große Datenmengen transportieren müssen. Dadurch müssen weniger Frames gesendet werden, was die CPU‑Last senkt und die Netzwerkleistung steigert. Der Vorteil: weniger Overhead (Protokoll‑/CPU‑Belastung sinkt), höhere Effizienz (z. B. bei Backups, Storage‑Netzwerken, Virtualisierung) und eine bessere Performance (z. B. durch iSCSI oder NFS). Der Nachteil ist, dass alle Geräte im Netzwerk Jumbo Frames unterstützen müssen, Fehlkonfigurationen zu Paketverlusten und Performance‑Einbrüchen führen können und Jumbo Frames nicht überall sinnvoll sind. Vor allem im SAN‑Bereich, beim High‑Performance Computing, in Server‑Clustern sowie bei Backup‑ und Datenreplikation werden Jumbo Frames eingesetzt.

#9: JVM (Java Virtual Machine)

Was ist eine JVM? Die JVM (Java Virtual Machine) ist eine Laufzeitumgebung, die Java Programme ausführt. Sie übersetzt den plattformunabhängigen Bytecode, den der Java Compiler erzeugt, in maschinenspezifische Anweisungen. Dadurch können Java Programme auf unterschiedlichen Betriebssystemen laufen, ohne neu kompiliert werden zu müssen. Die JVM bildet eine Abstraktionsschicht, also eine Zwischenschicht zwischen Programm und Betriebssystem, um die Plattformunabhängigkeit zu gewährleisten. Dabei werden auch Sicherheitsmechanismen überprüft und unsichere Operationen verhindert. Der Vorteil: Programme müssen nicht für jedes Betriebssystem neu geschrieben werden, sondern laufen stabil auf unterschiedlichen Plattformen.

#10: Job Queue

Was ist eine Job Queue? Unter diesem Begriff versteht man eine „Warteschlange“, in der sich Aufgaben (Jobs) einreihen und verwaltet werden, bis sie von einem System oder Prozess abgearbeitet werden. Durch diese Job Queue werden Ressourcen effizient genutzt und die Reihenfolge der Ausführung optimal gesteuert. Druckaufträge oder Datenbankabfragen können z. B. nach bestimmten Regeln wie „First In, First Out“, Priorität oder Zeitplanung organisiert werden. Mehrere Jobs können nacheinander oder parallel abgearbeitet werden, ohne das System zu überlasten. Zudem sehen Administratoren, welche Jobs anstehen und wie diese priorisiert sind. Typische Einsatzbereiche sind z. B. Batch‑Jobs und Hintergrundprozesse im Betriebssystem, Druckaufträge, Abfragen oder Transaktionen in einer Datenbank sowie Aufgaben zwischen Diensten.

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Autor
Regina Seisenberger
Datum
19.12.2025
Tags
IT-Lexikon