Service-Hotline: +49 (0) 9402- 93 8505 0
Service-Hotline: +49 (0) 9402- 93 8505 0

IT-Sicherheit im Urlaub: Weil Hacker keine Ferien machen

Deutschland ist wieder im Reisefieber: Endlich haben wir Zeit uns auszuruhen, Energie zu tanken oder neue Städte und Länder zu erkunden. Doch wenn für uns „Sommer, Sonne, Meer“ in greifbarer Nähe sind, beginnt auch für Hacker eine „Hochsaison“. Darum sollten Sie nicht nur Ihre sensiblen Daten auf dem heimischen Rechner ausreichend schützen, sondern auch vor und während des Urlaubs mit dem Thema Cybersecurity vertraut sein. Wie falle ich nicht auf Betrugsmaschen und Abzocken herein? Von Spycams bis zum öffentlichen WLAN – welche Gefahren können unterwegs lauern? Und wie schaffe ich zu Hause und auf Reisen ein gewisses Maß an IT-Sicherheit? Das alles erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

IT-Sicherheit auf allen Wegen – planen und vorbereiten

Egal, welcher Typ Sie sind – ob Last-Minute oder Frühbucher – die Planungsphase des Urlaubs ist doch ein Highlight. Während des Stöberns nach der perfekten Unterkunft beginnt für uns die Vorfreude. Doch neben Glücksgefühlen bergen sich auch Gefahren: Billig-Flüge, Luxushotels zu unschlagbar günstigen Preisen, All-inclusive-Urlaubsschnäppchen an paradiesischen Sandstränden – schnell sind wir geblendet von Traum-Angeboten, vor allem, wenn diese dann auch noch extrem preiswert sind. Doch hinter dem vermeintlichen Top-Deal kann eine teure Falle lauern.

Als allererstes sollten Sie deshalb die Angebots-Seite auf eine gewisse „Vertrauenswürdigkeit“ prüfen. In der Browserzeile sollte „https“ dem Seitennamen vorangestellt sein. Bei Google Chrome erscheint bei sicheren Seiten z. B. ein Schloss – wird eine Seite mit „Info“, „Nicht sicher“ oder „Schädlich“ angezeigt, sollte die Website besser geschlossen werden. Auch ein Blick ins Impressum ist meist Goldwert: Sind dort unseriöse oder fehlende Informationen erkennbar, – oder im schlimmsten Falle gar kein Impressum vorhanden – sollte auf keinen Fall über die Seite gebucht werden!

Gut gemachte Scammer-Seiten können auf den ersten Blick oft nicht von seriösen Plattformen unterschieden werden. Greifen Sie deshalb lieber auf vertraute Buchungsportale zurück oder buchen Sie direkt über das Hotel, die Fluggesellschaft oder einem lokalen Reisebüro. Dabei helfen auch Bewertungsportale: Welche Erfahrungen haben andere Urlauber dort gemacht? Neben dem Impressum können auch Kontaktdaten und der Firmensitz des Unternehmens Aufschluss auf Seriosität geben. Außerdem wichtig: Bezahlen Sie nur über sichere Zahlungsseiten und checken Sie, ob der abgebuchte Betrag, wirklich dem Preis für die Reise entspricht.

Vorbeugen und schützen: Das sollte auch auf Ihre „Urlaubs To-do-List“

Viele Menschen machen sich eine Packliste oder schreiben sich To-do’s auf, die Sie vor dem Urlaub erledigen müssen – so wird weder die Zahnbürste vergessen, noch der Herd angelassen. Die Nachbarin weiß, dass Sie die Post jeden Morgen aus dem Briefkasten nehmen und bis zur Rückkehr verwahren soll und um die Pflanzen kümmert sich der Bekannte oder Verwandte, bei dem auch Hund oder Katze während des Urlaubs verweilen. Aber: Haben Sie sich vor einem Urlaub schon einmal gefragt, ob auch Ihre Daten sicher verwahrt sind?

Wahrscheinlich eher nicht – alleine, weil man zu viel andere Dinge im Kopf hat und die letzten Arbeitstage vor der Reise für die meisten Menschen mit viel Stress verbunden sind. Urlaubsübergabe und Abwesenheitsnotiz im Büro, To-do- und Packlisten zu Hause. In unserer zunehmend digitalisierten Welt, sollte aber auch der Punkt IT-Sicherheit bedacht werden, um Accounts, Dokumente und Daten sicher vor Hackern zu schützen.

Punkt 1: Backups erstellen

Ausgelassene Stimmung im Urlaub kann dafür sorgen, dass mit Mobilgeräten wie Smartphones, Tablets oder Notebooks nicht immer besonders gewissenhaft umgegangen wird. Ob wir nun mit dem Handy in der Badehose in den Pool springen, das iPad vom Tisch wischen oder das Notebook auf der Veranda vergessen und Langfingern so eine Gelegenheit gegeben haben – weg ist weg. Für unserer Daten gilt das aber nicht, wenn wir vorher ein Backup erstellt haben. Planen Sie daher vor dem Urlaub Zeit ein, um sich nicht nur dem angestauten Datenmüll zu entledigen, sondern auch, damit Sie Ihre wichtigen Fotos, Dokumente und Dateien sichern können.

Punkt 2: Wichtige Reisedokumente aufbewahren

Auch die Reisedokumente sollten sich nicht nur auf einem Endgerät befinden. Speichern Sie diese auch noch anderweitig ab (z. B. Mobilgeräte Mitreisender oder Cloud) oder drucken Sie sie – ausnahmsweise, da nicht sehr nachhaltig – auf Papier aus. Werden die Dokumente auf einem externen Medium (z. B. USB-Stick oder externer Festplatte) gespeichert, sollten diese verschlüsselt werden.

Punkt 3: Sichere Passwörter erstellen & Geräte verschlüsseln

Machen Sie es Hackern nicht allzu leicht: Verschlüsseln Sie Ihre mobilen Endgeräte und/oder Festplatten mit langen Sperrcodes, die für Sie einprägsam sind. Erneuern Sie zudem die Passwörter Ihrer Accounts regelmäßig (z. B. Online-Banking). Die Passwörter sollten für jedes Konto unterschiedlich sein. Wie Sie ein sicheres Passwort erstellen, erfahren Sie in einem unserer vorherigen Blogbeiträge: „Mindestens 8 Zeichen, 1x Großbuchstabe & 1x Sonderzeichen“.

Punkt 4: Sperr-Hotlines und Inaktivitäts-Zeitfenster

Notieren Sie sich die Hotlines für Sperrdienste (z. B. Kreditkarte, Bankkonto) auf einem Kärtchen, das Sie sicher aufbewahren. Kommt Ihnen ein Mobilgerät oder eine Kredit- bzw. Bankkarte abhanden, kann jede Minute zählen – und so haben Sie die Notrufnummern gleich zur Hand. Auch das Inaktivitäts-Zeitfenster sollte auf Ihren mobilen Endgeräten möglichst gering gesetzt werden, um Hackern keinen Zugriff auf die Daten zu gewähren.

Punkt 5: Kostencheck

Sie haben eine längere Reise geplant, sind vielleicht sogar auf einem anderen Kontinent unterwegs? Erkundigen Sie sich vorab, welche Kosten auf Sie zukommen. Funktioniert die Technologie im Ausland überhaupt? Lohnt sich der Kauf von (ausländischen) Prepaid Karten? Und welche Roaminggebühren kommen auf einen zu? Handyshops und Mobilfunkanbieter können bei der Aufklärung helfen.

Punkt 6: Updates

Führen Sie regelmäßige Updates auf Ihren Smartphones, Tablets und Laptops durch und sorgen Sie dafür, dass die aktuellste Version des Betriebssystems installiert ist. Dies schließt eventuelle Sicherheitslücken und macht es Cyberkriminellen schwerer, sich Zugang zu Ihren Daten zu verschaffen.

Punkt 7: Downloads

Um zu vermeiden, dass Sie auf Reisen längere Downloads in fremden WLAN-Netzwerken tätigen müssen, laden Sie Filme, E-Books, Lieblingsmusik und Podcasts schon vor dem Urlaub herunter.

Punkt 8: Nutzungsbedingungen checken

Sie möchten Ihren Arbeitslaptop in den Urlaub mitnehmen? Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber die Nutzungsbedingungen ab – ggf. gelten für Arbeitsgeräte im Ausland andere Anweisungen.

Um Ihnen Zeit und Mühe vor dem Urlaub zu sparen, haben wir neben einer „Allround-Packliste“ auch eine „To-do-Liste“ zum Thema IT-Sicherheit für Sie zum Download bereitgestellt.

Diese finden Sie hier: Urlaubs-Packliste & To-do-Liste IT-Security

Ein Cyberkrimineller im Gepäck

Endlich geht es wieder los: 2 Wochen Italien, Cocktails am Strand, mit den Kindern Sandburgen bauen, wir nehmen uns die Zeit, mal wieder ein Buch zu lesen und einfach mal die Seele baumeln lassen … vielleicht ein kurzer Blick in die Mails? Nicht, dass man nach dem Urlaub gleich von der Arbeit „erschlagen“ wird.

Gefährlich: Denn das ist nicht nur schlecht für unsere psychische Gesundheit (Urlaub, soll schließlich auch Urlaub bedeuten), sondern kann – unbedacht – auch schnell böse ausgehen. Warum? Cyberkriminelle sind überall und vor allem da, wo wir am wenigsten an sie denken – sie sitzen quasi mit unserem Gepäck im Laderaum. Je „gemütlicher“ die Umgebung, desto ungefährlicher stufen wir Situationen ein – gerade die, die wir noch dazu nicht sehen können (siehe dazu auch unseren Blogbeitrag: Arbeitsplatz 2.0: Daten-GAU im Home-Office).

Damit Sie Ihren Urlaub wirklich genießen können, jedoch im Hinterkopf auch auf der Hut sind, haben wir Ihnen einige potenzielle Gefahrenquellen zusammengeschrieben. Die ersten beginnen sogar schon, bevor Sie sich überhaupt auf den Weg gemacht haben.

Gefahr 1: Social Media

Sie sind generell sehr aktiv auf Instagram, TikTok und Co.? Gerade was das Thema Reisen angeht, sollten Sie äußerst vorsichtig sein, was sie posten. Verzichten Sie daher auf „Vorfreude-Posts“ in denen Sie Ihre Reise ankündigen und laden Sie Ihre Urlaubsfotos – wenn überhaupt – erst nach Ihrer Abwesenheit hoch. Andernfalls geben Sie Einbrechern eine perfekte Gelegenheit. Bei öffentlichen Profilen ist die Gefahr noch größer, als bei privaten, in denen nur Bekannte Ihre Beiträge sehen können – aber auch hier gilt Vorsicht. Man weiß schließlich nie, was sich die Leute untereinander erzählen und vor allem wo. Hört ein unbefugter Dritter mit, dass „Person X schon wieder 3 Wochen in die USA reist“ und „man alle drei Tage in seiner Wohnung in der XY-Straße nach dem Rechten sehen soll“, kann es nach der Reise ein böses Erwachen geben. Je weniger Personen über Ihre Urlaubspläne informiert sind, desto besser. Schalten Sie zudem auch Ihre Ortungsdienste aus, wenn Sie sie nicht benötigen.

Gefahr 2: Die heimische IT-Landschaft

Über regelmäßige Updates und sichere Passwörter haben wir Sie bereits informiert – aber auch zu Hause gibt es noch einige Punkte, die Verreisende checken sollten. Falls nicht benötigt, schalten Sie das heimische WLAN ab. Fertigen Sie Sicherheitskopien von wichtigen Daten auf internen Festplatten und den Daten in der Cloud an. Lassen Sie keine Passwörter und Informationen (z. B. Onlinebanking-Zugänge) auf dem Schreibtisch liegen, am besten haben Sie die Daten sowieso nur im Kopf oder in einem Passwortmanager. Wenn Sie eine Smart-Home-Lösung zu Hause haben, schalten Sie den Abwesenheitsmodus ein. So wird mehrmals am Tag z. B. das Licht ein- und ausgeschaltet und lässt vermuten, dass der Bewohner gar nicht abwesend ist. Kameras im Außenbereich zeigen Einbrechern unter Umständen sogar an, dass es hier etwas zu holen gibt. Stellen Sie die Überwachungsmedien daher lieber versteckt in der Wohnung auf.

Die Koffer sind gepackt, die Reise kann losgehen – egal ob Sie mit dem eigenen Auto unterwegs sind oder mit Bus, Bahn, Schiff oder Flugzeug. Auch hier gibt es potenzielle Risikofaktoren:

Gefahr 3: Grenzkontrolle

In manchen Ländern kann bei der Grenzkontrolle von Ihnen verlangt werden, dass Beamte einen Blick auf das Smartphone, Tablet oder Notebook werfen dürfen. Auch die Kopie eines jeden Sektors der Festplatte können bestimmte Gebiete verlangen – das ist nicht nur eine langwierige Prozedur, sondern gewährt u.U. auch Einblicke auf bereits gelöschte Daten. Prüfen Sie daher vorab, ob Ihr Reiseziel zu einem dieser Länder gehört und welche technischen Gadgets wirklich sinnvoll für Ihre Reise sind.

Während der langen Anreise lockt eine kurze Pause, Sie warten noch auf Ihren Anschlusszug oder -flug und vertreiben sich die Zeit mit dem Surfen im Internet.

Gefahr 4: Öffentliche WLAN-Netzwerke

Auch hier ist Vorsicht geboten: surfen Sie nur auf Webseiten, die mit einer sicheren URL beginnen (https://) und in vertrauten, verschlüsselten WLANs. Wird ein spezielles digitales Zertifikat gefordert, dass Sie herunterladen sollen, um auf die Dienste zugreifen zu können oder Ihnen wird zusätzliche Software oder ein Update empfohlen, dass Sie für die Nutzung des WLANs benötigen, trennen Sie die Verbindung umgehend. Sogar im sicher scheinenden Hotel-WLAN gilt ein wachsames Auge. Prüfen Sie, ob die Zugangsdaten genau mit den Namen des Drahtlosnetzwerks übereinstimmen – Scammer haben manchen Orts in unmittelbarer Nähe zum Hotel eigene Hotspots eingerichtet, um Ihre Daten abzufangen. Für das Betrüger-Netzwerk verwenden Sie fast identische Namen zum richtigen Hotel-WLAN.

Der Flug hat Verspätung, Sie stehen im Stau – der Akku ist fast leer. Gut, dass die Raststätte / Flughafenlounge Lade-Möglichkeiten bietet, oder?

Gefahr 5: Öffentliche USB-Ladestationen

Mittlerweile sind unsere mobilen Geräte besser abgesichert, trotzdem gab und gibt es immer wieder Fälle, bei denen Schadsoftware auf das Smartphone oder Notebook gespielt wurde, weil öffentliche Ladestationen benutzt wurden. Nutzt man für den Urlaub jedoch bewusst ältere Geräte oder wurden aktuelle Updates nicht gemacht, kann es aber noch immer Sicherheitslücken geben, wenn man öffentliche Ladekabel benutzt. Schützen kann man sich entweder über Datenblocker-Kabel (die keine Daten, sondern nur den Strom zum Laden übertragen können) oder indem man eine Powerbank mit sich führt. Diese kann auch an öffentlichen Ladestationen aufgeladen werden.

Die Powerbank liegt leider daheim, um Akku zu sparen, surfen wir lieber im Internetcafé um die Ecke. Dort können wir auch noch schnell unsere Boardingkarten drucken und checken, ob wir unser Social Media Profil auf privat gestellt haben.

Gefahr 6: Internetcafés

Keine gute Idee! Sie wissen nicht, wer vor Ihnen am PC gesessen ist – ist das Gerät bereits infiziert und fängt eingegebene Daten ab? Ist ein Virenschutz installiert und die Firewall auf dem aktuellen Stand? Wartet hinter Ihnen vielleicht bewusst ein User, der sich aus dem Verlauf Daten für kriminelle Machenschaften zieht? Vor allem, wenn wir in Eile sind, passieren Fehler und wir lassen Webseiten offen, auf denen wir noch eingeloggt sind, vergessen, den Verlauf & Cookies zu löschen oder klicken aus Versehen auf „Passwörter speichern“. Loggen wir uns dabei auch noch auf mehreren Konten ein (z. B. Social Media Profil, Online-Banking, Hotelwebsite) geben wir Cyberkriminellen eine Wahnsinns-Bandbreite an Daten und Informationen mit, die gegen uns genutzt werden können. Auch eigene Speichermedien wie USB-Sticks oder SD-Karten sollten niemals an öffentlichen PCs angeschlossen werden – werden diese mit Schadsoftware infiziert und schließen Sie diese dann zu Hause wieder an den heimischen PC an, befällt der Virus auch Ihren Computer.

Endlich sind wir in unserer Unterkunft angelangt – unser Hotelzimmer ist schick, das Personal freundlich, die Lage herrlich. Schnell sind die Gedanken an unsere IT-Sicherheit vergessen. Vorsicht ist besser als Nachsicht – auch wenn wir uns nicht verrückt machen lassen dürfen, ein kurzer Check genügt oft schon:

Gefahr 7: Spycams in der Unterkunft

Prüfen Sie Ihr Hotel- oder Gästezimmer auf Kameras, bevor Sie es sich in der Unterkunft gemütlich machen? Nein? Sollten Sie aber. Mit dem bloßen Auge kann es etwas schwierig werden, generell empfiehlt es sich aber auf folgendes einen Blick zu werfen: Befindet sich im Lüftungsschacht ein Digitalgerät? Kommt Ihnen am Rand vom Spiegel, Fernseher, Computer-Bildschirm, Fenster oder Bild etwas seltsam vor? Sind gewisse Dinge (Uhren, elektronische Geräte, Lampen, Pflanzen, Vasen) komisch positioniert? Sind doppelte Rauchmelder angebracht? Da die Kameras oft Infrarotstrahlung absondern, können Sie durch die Kameralinse des Handys erkannt werden. Gehen Sie mit dem Handy verdächtige Stellen ab und halten Sie dabei die Kamera nahe daran – erscheint ein helles Licht, wurde hier ein Überwachungsmedium positioniert. Auch in der Liste der verfügbaren WLAN-Netzwerke kann eine versteckte Kamera gefunden werden – tritt ein kabelloses Gerät mit Schlagwörtern wie „Cam“ oder „Kamera“ auf, ist dies äußerst verdächtig.

Jetzt sind Sie doch etwas verunsichert – Bilder werden nun nur noch außerhalb des Hotels via Bluetooth an die anderen Mitreisenden verschickt.

Gefahr 8: Funknetze

Bluetooth und WLAN sind konstant auf „an“? Hackern kann das eine gute Gelegenheit geben. Auch in der Bluetoothverbindung kann es Sicherheitslücken geben, die Cyberkriminelle ausnutzen und sich so Zugriff zum Smartphone verschaffen können. Aber: Dies gilt nicht nur für Handys, sondern für alle Bluetooth fähigen Geräte. Wenn Sie die Drahtlosschnittstelle nicht mehr benötigen, kappen Sie die Verbindung.

Das passiert uns nicht mehr – Bluetooth und WLAN werden ausgestellt. Das Smartphone wird auch in die Tasche gepackt. Mit einem Nickerchen am Strand gehen auch wir in den „offline Modus“.

Gefahr 9: Ablenkung und Nachlässigkeit

Am Strand eingeschlafen und das Handy neben sich auf dem Beistelltisch liegen lassen, die Tasche mit dem Tablet an den Stuhl in der dicht gedrängten Bar gehängt oder die Kamera für ein Selfie mit dem Smartphone schnell neben sich auf der Bank abgelegt – Gelegenheit macht Diebe. Wenn wir unsere mobilen Geräte überhaupt mittragen müssen, dann sollten wir weder nachlässig handeln, noch uns ablenken lassen. Überlegen Sie, was Sie wirklich brauchen und schließen Sie die restlichen Gadgets im Hoteltresor ein. Auch die Sonne ist für unsere Mobilgeräte nicht gut – allein schon deshalb sollten wir Smartphone und Co. nicht in der Mittagshitze am Strand mitführen.

Abends am Strand planen wir ein kleines Fotoshooting – auch um den daheimgebliebenen ein kurzes Update zu geben, wie es uns gefällt. Was wir nicht bemerken, als wir unser Social Media Passwort eingeben, sieht uns jemand über die Schulter.

Gefahr 10: „Shoulder surfing“

Egal, ob schon während der Reise (Sitznachbar oder Hintermann im Zug oder Flugzeug) oder getarnt als Wartende an Foto-Hotspots – bevor Sie eine PIN oder ein Passwort eingeben, checken Sie, ob hinter oder rechts und links neben Ihnen jemand steht, der Sie beobachtet. Scammer nutzen auch diesen Trick, um sensible Daten auszuspionieren. Halten Sie notfalls die Hand über den Bildschirm und tippen Sie mit dem Daumen.

„Schulterspäher“ gibt es auch an Bankautomaten, auch hier ist gesonderte Vorsicht geboten. Auch ein „Bankomaten-Skimming“ kommt immer wieder vor. Manipulierte Automaten lesen Ihre PIN aus und erstellen eine Kopie der Karte – vor allem in nicht europäischen Ländern sind solche Tricks bekannt. Sie befürchten, an einen solchen Bankautomaten geraten zu sein, um auf Nummer Sicher zu gehen, checken Sie Ihr Bankkonto.

Gefahr 11: Online-Banking

Und da wurde es vergessen: Das WLAN-Netzwerk wurde in der Aufregung nicht geprüft, die Zugangsdaten zum Online-Banking wurden abgefangen. Besser wäre es gewesen, die Bankkarte über den Notruf zu sperren und sich an seinen Bankberater zu wenden, auch sie können Transaktionen einsehen.

Die Notrufnummer des Sperrdienstes liegt natürlich in der Tasche im Hotel. Wir checken unsere E-Mails, unsere Bank hat die Notrufnummer doch auch in der Signatur. Da ist ja eine Mail von unserer Hausbank, jetzt fordern die auch noch an, dass wir unser Passwort aktualisieren sollen. Über den gesendeten Link kommen wir direkt zu der Seite, auf der wir ein neues Passwort vergeben können.

Gefahr 12: Malware & Phishing-Mails

Klicken Sie niemals auf Links, ohne diese oder die E-Mail an sich vorher überprüft zu haben! Oft reicht ein genaues Hinsehen, um feststellen zu können, dass das Logo, die Signatur, die URL oder sogar der Name der Kontaktperson falsch oder nicht ganz identisch ist. Im schlimmsten Fall installieren Sie mit Klick auf den Link Malware, die Ihre sensiblen Daten abgreift. Achten Sie darauf, dass auch auf den Geräten, die Sie im Urlaub bei sich führen, ein aktuelles Antivirus-Programm installiert ist. Wie Sie Hacking-Methoden erkennen und sich davor schützen können, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag: Social Engineering.

Glück im Unglück: Über die Notrufnummer konnte Ihre Karte gesperrt werden, ohne dass vorher ein Betrag abgebucht wurde. Und auch unser installiertes Security-Programm hat die Bedrohung erkannt und geblockt. Wir können es leider nicht lassen und checken doch kurz unsere E-Mails, die wir im Büro erhalten haben – aber über einen sicheren VPN-Tunnel – ein Schock reicht schließlich im Urlaub.

Nach der Reise gehen wir wieder nach unserem „IT-Security-Plan“ jeden Step nacheinander ab: Konto-, Kreditkarten und Abo-Abrechnungen werden geprüft – stimmen alle Abbuchungen? Bevor wir unsere im Urlaub genutzten Mobilgeräte wieder mit dem heimischen Netzwerk verknüpfen, machen wir einen Malware-Scan.

Auch die Passwörter der verwendeten Dienste werden nochmals aktualisiert – sicher ist sicher. Mit unseren E-Mails gehen wir wie mit der eingetroffenen Post um: vermutlich wichtiges auf einen, Werbung auf den anderen Stapel, diese werden nach und nach abgearbeitet. So bewahren wir Ruhe und nehmen uns nach dem Urlaub nicht gleich einen Berg an Arbeit vor.

Und damit unsere schönen Urlaubserinnerungen nicht verloren gehen, erstellen wir gleich ein Backup der Fotos und Videos, die wir vor Ort gemacht haben.

Unser Fazit:

weniger ist mehr – das sollte vor allem für mobile Geräte während des Urlaubs gelten. Haben Sie sich vor Ihrer Abwesenheit an unsere Tipps gehalten und sowohl ein digitales Recycling durchgeführt, als auch eine Sicherungskopien erstellt? Dann genießen Sie Ihre Reise doch auch weniger virtuell, sondern im Hier und Jetzt. Statt die Urlaubs-Bilder nur zu posten, können Sie Ihre Familie auch auf einen guten alten „Dia-Abend“ einladen und so nicht nur Insider-Wissen zu den schönsten Orten liefern, sondern Ihre Liebsten auch mit einem typischen Gericht, dass Sie bei Ihrer Reise kennengelernt haben, verwöhnen. In unserer schnelllebigen Welt handeln auch wir immer hektischer und unbedachter – E-Mails checken in öffentlichen WLAN-Netzwerken kann auf Reisen aber schnell gefährlich werden. Warum im Urlaub nicht mal die Arbeit Arbeit sein lassen und sich einfach nur erholen – so gehen wir nach unserem „Break“ auch wieder ganz anders und motivierter zurück an unseren Schreibtisch. Ruhig und bedacht sollten Sie auch bereits vor Ihrer Reise handeln. Erstellen Sie Backups und sorgen Sie für ein hohes Maß an IT-Security in Ihrem Heimnetzwerk – arbeiten Sie die Punkte in den Wochen vorm Urlaub schrittweise ab, so, wie Sie auch die Dinge auf Ihre Packliste abstreichen. Dann wird nichts vergessen und Sie können das, was Sie auch mit Ihren mobilen Geräten während der Reise machen sollten: einfach mal abschalten.

Serverando wünscht allen, eine schöne Urlaubszeit. Günstige Festplatten, Speichermedien und NAS-Systeme für ein sicheres Backup gibt es übrigens bei uns im Shop – gebraucht & top wiederaufbereitet für mehr Nachhaltigkeit. Mit dem Gutscheincode „SaSS5“ erhalten Sie obendrauf noch 5 % Rabatt auf unser komplettes Sortiment.

Datum

24. August 2022

Autor

Regina Seisenberger